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Der Bettelwurf, seine Hütte und die Sage

Freitag, den 12. Februar 2016

Die Bettelwurfhütte von Andrea unserer Bergschnegge

Hoch droben über dem Halltal auf 2.077m am Fuße des kleinen Bettelwurfs,eingebetettet zwischen der schönen Alpenwelt des Karwendels liegt die Bettelwurfhütte. Von dort reicht der Blick weit ins Inntal und auf die umliegenden Gipfel wie den großen und kleinen Bettelwurf, die Speckkarspitze das Lafatscherjoch und vieles mehr. Gerade wegen dieser wunderbaren Aussicht ist es für mich eine der schönsten Hütten Tirols in der Nähe von Innsbruck. Sie ist eine Alpenvereinshütte des österreichischen Alpenverein. Vorsicht jedoch das Halltal ist seit 2012 für Kraftfahrzeuge gesperrt und der Anstieg dauert ein klein wenig länger. Es gibt aber auch Taxiunternehmen die Wanderer und Bergsteiger ins Halltal bringen. Bei schlechten Wetter ist die Gefahr der Murenabgänge groß und da fahren keine Taxis.

Die Hütte ist zentraler Ausgangspunkt für viele schöne Touren und Überschreitungen mit und ohne Klettersteige. Der Absamer Klettersteig (A/B/C/) erfordert viel Ausdauer, Kraft und gehört für mich zu einer der schönsten in Tirol.

Ein Blick von der Hütte aus, zeigt und das Klostergebäude zu St. Magdalena und wenns am Abend dunkel wird und die Nebelschleier aus dem Halltal aufsteigen weiß man sich im Matratzenlager der Hütte so die ein oder andere Sagen zu erzählen.

Eine dieser Sagen werde ich euch heute schreiben:
Früher einmal lebten dort die frommen Waldbrüder und dann zogen Nonnen dort ein, die jedoch nicht alle fromm und gütig waren.
Da kam eines Tages ein armer Salzbergarbeiter zur Klosterpforte und bat um ein Almosen für seine hungrige Kinderschar. Missmutig reichte ihm die Pförtnerin ein Stück steinhartes Brot. Da packte den armen Mann ein wilder Zorn und er schrie: "Diesen Bettel könnt ihr selber fressen, ihr Geizkragen!" Und mit einem kräftigen Wurf schleuderte er das Brot gegen die Felswand. Brot ist aber - ob hart oder weich - eine Gottesgabe, mit der man sorgsam umgehen muss. Darum war die Nonne auch ganz entsetzt über diese Tat. Sie rief: "Das musst du büßen. Du wirst im Grab nicht Ruhe finden. Rastlos wird dein Geist in diesem Tal herumirren müssen."

Und so kam es auch. Der Mann ward seither niemals wieder gesehen. Unsichtbar geistert er in den Felswänden des Halltals hin und her. Im Winter tritt er Staublawinen los, im Sommer löst er Muren vom brüchigen Gestein. An warmen Föhntagen kann man sein Heulen und Toben aus den Klüften der Felsen hören.

Aber auch der Geiz der Nonne wurde bestraft. Ein Erdbeben im Jahre 1670 beschädigte das Klostergebäude schwer und 19 Jahre später wurde es durch ein weiteres Erdbeben vollends zerstört. Den schroffen, steilen Felsen, gegen den der Salzbergarbeiter das harte Brot, den "Bettel", geworfen hatte, nannten die Leute "Bettelwurf".


Kategorie: Geschichte