Aktuelles

Blizzard Ski
Bock auf Tirol

Der Putz auf der Kemater Alm

Mittwoch, den 09. November 2016

Ein Viehdoktor, der sonst an keinen Geist glaubte, wurde einmal auf die Kemater Alm geholt. Da er dort länger zu tun hatte, musste er in der Hütte übernachten. Derselbe hatte noch nicht lange geschlafen, als er durch einen Heidenlärm geweckt wurde.

Es flogen die Pfannen durcheinander, es klapperten die Seihen und Schüsseln zu schaffen, kurz, es war ein "Geklumper", wie er es sein Lebtag noch nie gehört hatte. Die Sennen nickten einander geheimnisvoll zu, der Tierarzt aber wollte wissen, was denn hier dahinterstecke. Alle erhoben sich nun vom Lager, machten Feuer auf, um das sie sich herumsetzten und ihre Pfeifen stopften. Der Lärm in der Hütte war nun zwar verstummt, desto ärger aber ging es draußen los.

Das Vieh schnaubte und brüllte und es herrschte ein solches Getrampel und "G'steaß", dass man glauben konnte, der Teufel wäre los. Dabei näherten sich schwere Schritte der Hüttentüre. Die Sennen glaubten alle Augenblicke es komme jemand zu ihnen herein. Als der Aufruhr immer größer wurde, verließen sie die Hütte, um nach dem Vieh zu sehen. Dieses lag aber ruhig im Gehege.

Von nun an behauptete der Tierarzt gewiss, nie mehr, dass es keine Geister gebe. Da so ziemlich auf jeder Alpe ein Putz haust, besonders wenn die Senner bereits abgefahren sind, ist es ratsam, falls man ungestört übernachten will, beim Betreten der Hütte zu sagen: "I wear woll di in Gotts Nommen ibernacht'n dearfn!" Dann kann einem selbst der bösartigste Putz nichts mehr anhaben, und man wird die ganze Nacht ruhig schlafen können.

Quelle: Sagen aus Innsbrucks Umgebung, mit besonderer Berücksichtigung des Zillertals. Gesammelt und herausgegeben von Adolf Ferdinand Dörler, Innsbruck 1895, Nr. 21.

Das Sonntagsköpfl liegt in den Stubaier Alpen im Tourengebiet der Kemater Alm. Herrliche Familientour mit wunderschönem Bergpanorama. Ideale Bergwanderung als Einstiegstour für Kinder um die schöne Bergwelt kennen zu lernen. Herrliche Tiefblicke in das Senders Tal und zu der tief liegenden Kemater Alm. Fantastische Blicke zu den bizarren Felsgestalten der Kalk Kögel die wie auf einem Präsentierteller vor einem liegen. Vom Parkplatz bei der Kemater Alm über den Forstweg südwärts in etwa 50 Minuten zur Adolf Pichler Hütte. Von der Hütte in einem Rechtsbogen auf schmalem Steig Richtung Norden zum Gipfelkreuz und zur Gedenksäule (2.030 m).


Kategorie: Hütte