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Die Höttinger Alm und ihre Sage

Mittwoch, den 17. Februar 2016

Die Höttinger Alm

Tradition seit 1441
Unterhalb der Frau Hitt in den grünen Almböden oberhalb von Innsbruck liegt die Höttineger Alm. Früher war die Alm eine wichtige Einrichtung für die Almwirtschaft der Höttinger Bauern und der damals gleichberechtigten Ackerbürgern. In den alten Urkunden wird die Alm das erste Mal 1441 erwähnt. Heute ist sie das Ziel vieler Wanderer, Jogger und Radfahrer.
Wegbeschreibung:
Von der Bushaltestelle in Sadrach (Hötting) gehen wir der Planötzenhofstraße entlag bis zu einer scharfen Rechtskurve, wo wir nach dem schranken auf einen Forstweg wechseln. Weiter gehts durch den Buchenwald der Beschilderung "Höttinger Bild"nach. Nach ca. 30 Minuten erreichen wir die kleine Wahlfahrtskapelle.

Bis zur ersten Kehre bleiben wir auf der Forststraße und kürzen dann durch den Wald ab bis wir wieder zur Forststraße kommen und bleiben auf dieser bis zum Höttinger Graben. Dann kommt der Höttinger Bach diesen überqueren wir und gehen über einen wunderschönen Steig vorbei an tollen Felsformationen den Graben hinauf bis zur Höttinger Alm auf 1478m.

Um die Alm findet man einiges an Tieren wie Schottische Hochlandrinder, Hühner und einen Esel. Auch Kulinarisch kann man sich dort gut verwöhnen lassen.
In diesem Waldgebiet ist auch das Kasermandl zuhaues gewesen. Und beim Abstieg gehen wir direkt beim ehemaligen Umbrüggler Alm Gebäude vorbei wo der kleine Berggeist sein Unwesen trieb.

Das alte Kasermandl:

Tiefer Schnee lag über den Almen. Die Rehe, Hirsche und alles andere Wild konnten ihn kaum durchwaten.
In einer Almhütte saß an der Esse auf einem Schanei (Schemel) ein gar altes Kasermandl. Und heute am hl. Abend, sollte es sterben. Nie hatte es einem Menschen Leid zugefügt. Aber - die Zeit, die es auf Erden verbringen durfte, war vorüber. Es mußte in das Jenseits wandern. Das Kasermandl nahm die Muspfann, machte einen Teig und kochte ein Mus, wie es Älpler tun. Es pumperte an die Tür.
"Was ist los - geh herein, wennst d'r dräust", rief das Kasermandl.
Die Tür ging auf; ein junger, kräftiger Bauernbursche trat ein. Sein Blick war betrübt.
"Was mechst (möchtest)", fragte der Käser.
"Ich mecht di fragn", begann der Bauernbursche, "was ich tun soun -"
"Ach so", unterbrach ihn das Kasermandl, "du mechst a Wunderkraut."
"Für mein Muatta!"
Das Kasermandl ging in die Stube und brachte ein kleines Päckchen Wunderkraut.
"Du mußt mir dafür versprechen, daß du in sieben Jahren wieder da her kommst und den Namen ,Runger' nachsagen kannst."
Der Bursche versprach es heilig, nahm das Kraut und eilte nach Hause, um seiner Mutter zu helfen.
Nun durfte der Käser noch weitere sieben Jahre auf dieser Welt bleiben. Wie war er froh!

Die Krauter halfen der Mutter des Bauernburschen. Leider dachte er nicht mehr daran, sich den Namen des Käsers zu merken.
Das sechste Jahr war um. Am Thomastag, während der Arbeit, fiel dem Bauernburschen sein Versprechen, das er dem Kasermandl gegeben hatte, ein: Nun war guter Rat teuer. Wo konnte er den Namen des Käsers erfragen? Er frug bei den Nachbarn, ob sie ihn wüßten. Nirgends erhielt er eine befriedigende Antwort.
Schweren Herzens ging er am hl. Abend zur Alphütte. Als er dort ankam, hörte er, wie das Kasermandl sagte: "l bin von Rung, i bin von Rung, darum bin i so alt." "Runger" heißt er, dachte sich der Bursche. Er klopfte an die Tür. Auf "Herein" ging er hinein.
"Runger", triumphierte der Bauernbursche.
"Du hast dir den Namen gemerkt", lobte ihn der Käser.
Das Kasermandl nahm die Muspfanne und begann ein "Miasl" zu kochen. Der Bursche wartete; er aß mit dem Käser. Doch das Mus schmeckte ihm nicht besonders vorzüglich; es hatte einen eigenartigen Geschmack.
"Warum ißt denn so wenig", pfauchte ihn das Kasermandl an.
"l hab koan Hunger", antwortete der Bauernbursche.
"Dann gehst hoam!"
Der Bursche war froh, daß er heimgehen durfte. Er vergaß es ganz, dem Käser für die Wunderkräuter zu danken.
In der hl. Nacht verließ das Kasermandl die Almhütte. Wohin es wanderte, wußte niemand.
Der Bauernbursche, der von ihm die Wunderkräuter hatte, blieb sein Leben lang ein gesunder und glücklicher Mann. Als sein Vater starb und er Bauer wurde, kam in einer Nacht der Käser in seine Kammer und gab ihm einen kleinen Stein, welcher allerlei Kräfte besaß.

von: Andrea unserer Bergschnegge

Foto: Hüttencheck

Kategorie: Hütte