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Blizzard Ski
Bock auf Tirol

Durchs strahlende Weiß zur Geierwally

Montag, den 24. Oktober 2016

Die Winterwanderer sind oft sind die Stiefkinder im Wintersportgeschehen. Im Naturpark Lechtal werden sie erlöst, denn mit 34 unterschiedlichen Touren, in einer Gesamtlänge von rund 130 Kilometern, wird hier viel für die Winterwanderer geboten.

Unterm dem Schuh ist nur das Knarren des Schnees zu hören, der winterliche Bergwald ist still, so still wie sonst nie im Jahr. Man hört jetzt vielleicht Wild, welches durch den Wald läuft oder Schnee, welcher von den Ästen fällt.

doch dann sieht der Winterwanderer den Lech, in einem glasigen Türkis zwischen den Bäumen und hört sein leises Rauschen. Ruhig, ja fast schläfrig treibt er in seinem Bett dahin und scheint Kraft zu sammeln für das Frühjahr, denn dann, wenn die Schneeschmelze eintrifft, wird es wieder lauter im Fluss. Er macht dann seinem Ruf als unverbauter Wildfluss in den Nordalpen alle Ehre.

Das Winterwandern ist Wandern in seiner schönsten Form. Die Landschaft wird zu etwas Einheitlichem, der Wanderer fühlt sich gut aufgehoben. Die Luft ist rein wie selten und man fühlt sich geborgen inmitten des verschneiten Waldes. Wenn dann noch die Sonne hervorkommt und den Schnee zum glitzern bringt, ist die Welt in Ordnung und dem Winterwanderer geht das Herz auf. Er kann sich gar nicht sattsehen.

Jede Menge freie Natur bietet das Lechtal mit seinen Wäldern, Bergen, Flüssen und Auen, es sind 41 Quadratkilometer mit abwechslungsreichen Landschaftsformen. Dort findet der Winterwanderer 34 Wege mit rund 130 Kilometern Länge vor.

Dem Winterwanderer werden sportliche oder entspannte Varianten angeboten, so kann er zwischen Touren am Berg oder auf der Ebene entscheiden. So kann man zügig über Panoramawege marschieren oder entspannt am Fluss entlang spazieren. Natürlich ist auch hier für die heimelige Einkehr gesorgt.

So hat man auf den Hütten immer wieder ganz unterschiedliche grandiose Ausblicke: Vom „Balkon des Lechtals“ auf der Stablalm ins obere Lechtal mit seiner Wildflusslandschaft etwa, von der Postalm ins Krabachtal und ins tiefverschneite Hochalptal oder auch von der Sonnalm auf Wetterspitze sowie auf die umliegenden Lechtaler- und Allgäuer Alpen.

Unruhe wie schrillen Après-Ski sucht man hier vergeblich. Stattdessen findet man unaufgeregte Alpenwelt, zurückhaltende Menschen und unkomplizierte Gastlichkeit: Käspressknödelsuppe, Tiroler Gröstl, Kaiserschmarren, was will man mehr?

Dabei kommt auch die dörfliche Kultur nicht zu kurz. So erinnern in Holzgau die Blumen und Ornamente der spätbarocken Lüftlmalerei an den Fassaden an die große Zeit um 1800, als die Dorfbewohner mit dem Leinenhandel viel, viel Geld machten. 1858 seilte sich die 17 jährige Anna Steiner, in Elbigenalp, dem Hauptort des Lechtals, über einen steilen Fels ab und nahm einen Adlerhorst aus. So entstand der Name der Geierwally.

Wer ein wenig Action mag, der wagt sich auf den Rodel hinab. Zahlreiche Hütten bieten die Möglichkeit, den Retourweg ins Tal mit dem Schlitten anzutreten. Das ist ein Riesenspaß für Alle.

Bricht die Nacht herein so sieht die Winterwelt wieder völlig anders aus. Am Himmel kann man hunderte von Sternen bewundern und der Mond leuchtet über den schwarzen Bergwänden.

Foto: ©Lechtal Tourismus / Fotograf Gerhard Eisenschink

Kategorie: Winterwandern