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Dienstag, den 19. Mai 2015

Eben habe ich auf einer der unzähligen Biketouren in den Alpen noch kräftig in die Pedale getreten und das geniale Panorama des Biketrails genossen. Doch plötzlich: Pffffffft … Und schon ist die Luft draußen … Nicht aus meinen Wadenmuskeln, denn die hätten noch etwas länger durchgehalten! Ich stehe im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Schlauch, denn der Vorderreifen meines Bikes hat einen Platten!

Bei Bikerinnen genau so „beliebt“ wie der gemeine Hungerast oder der jaulende innere Schweinehund ist ein Defekt während einer Tour. Meist wartet man in diesem Moment auch vergeblich auf den heldenhaften (Pedal)-Ritter, der auf seinem Bike angeradelt kommt, um seine Hilfe anzubieten. Mangels Werkzeug und Schraub-Kenntnissen bleibt oft nur eins: zu Fuß zu Tal wandern, um die nächste Werkstatt aufzusuchen.

Werkzeug und Ersatzteile im Rucksack
„Dabei sind viele Defekte einfach und in Minuten auch für Mädels selbst zu beheben, wenn der Rucksack etwas Werkzeug, eine Pumpe und Ersatzteile enthält“, weiß Sabine Höll, Wirtin der Freeride-Lodge Spielberghaus in Saalbach Hinterglemm und selbst leidenschaftliche Bikerin, und fügt hinzu: „es ist echt nervig, punkto Service, von den Männern abhängig zu sein. Oft ist man ja auch ohne männliche Begleitung auf den Trails unterwegs! Um nicht hilflos an der Strecke zu stehen und auf Rettung zu warten, zeigen wir in unseren Schrauber-Workshops den Bikerinnen ein paar Handgriffe und das nötige Knowhow bei kleinen Bikedefekten.“

MACH DEIN BIKE FIT

Bald ist es soweit, die letzten Schneefelder weichen in den Bergen den grünen Wiesen und die Trails warten darauf, mit dem Bike befahren zu werden. Doch bevor man sich zum ersten Mal in der Saison vom Berg stürzt, sollte man sein Bike einem genauen Rundum-Check unterziehen – oder noch besser vom Profi machen lassen. Jedes kompetente Bikegeschäft bietet diesen Service an und schaut ob das Rad auch wirklich fahrbereit und sicher ist.

Wir waren in Eugendorf beim Radwerk 2010 und haben uns vom Chef persönlich unser Rad checken lassen. Der „Woivi“ ist selbst begeisterter Biker und weiß worauf es ankommt. „ Nach einer langen Saison sind meist die Bremsbeläge kaputt, die Kette hat Rost auf den Gliedern, die Federgabel und Dämpfer sind verdreckt und der Umwerfer harkt“, erzählt er aus Erfahrung. Er hat uns daher ein 10 Punkte-Programm empfohlen mit dem man sein Bike wieder fit bekommt.

  1. Bevor man mit dem Schraubschlüssel beginnt an seinem Bike zu werken, sollte man den Drahtesel erst einmal gründlich reinigen.

  2. Die Federgabel und den Dämpfer säubern und schmieren. Sind Reparaturarbeiten notwendig sollte man diese unbedingt vom Fachmann machen lassen. Die Federgabel ist nur von fortgeschrittenen „Schraubern“ zu öffnen.

  3. Bremsbeläge checken und wechseln. Die Beläge sind meist nach einer harten Saison im Eimer. Der Wechsel kostet nicht viel und ist um Nu erledigt.

  4. Kette wechseln oder säubern und ölen. Eine neue Kette wirkt beim Schalten Wunder.

  5. Gelenke beim Schaltwerk und Umwerfer ölen. Diese sind meist Staub und Nässe ausgesetzt. Ein paar Tropfen Öl bringt auch hier viel.

  6. Klickpedal-Federn ölen und Auslösehärte neu einstellen, damit man wieder leicht in das Pedal kommt – und auch wieder raus.

  7. Vorbau und Lenker checken. Sitzen die Schrauben fest? Man sollte auch beide nach Haarrissen überprüfen. Ein Bruch des Lenkers hat fatale Folgen.

  8. Brems- und Schaltungszüge ölen. Hier hat sich meist Flugrost angesetzt. Ein paar Tropfen Öl lassen die Züge wieder geschmeidiger durch die Bowden flutschen.

  9. Sattelstütze schmieren. Besonders bei feuchten Verhältnissen sollte man die Sattelstütze nicht nur im Frühling schmieren.

  10. Laufräder checken, Reifendruck kontrollieren und bei Bedarf aufpumpen. Haben die Räder einen Achter oder sind die Felgen beschädigt? Neben Lenker und Vorbau gehören die Laufräder zu den wichtigsten Teilen des Rades (neben dem Rahmen), die nicht brechen sollten.

Wie gesagt, einige Punkte sind leicht selbst zu erledigen, doch wer auf Nummer sicher gehen will der bringt sein Rad zum Fachmann.

Foto: salzburgerland

Kategorie: Radfahren