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Know-how für Hochtouren

Freitag, den 19. August 2016

Im Hochgebirge stecken abschnittsweise Gefahrenstellen, jedoch sollten diese uns nicht abhalten die faszinierenden Weitblicke und tiefen stillen Momente zu erleben.

Denn man kann sich darauf sehr gut vorbereiten − sowohl körperlich als auch mit speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten. Enorm wichtig ist zum Beispiel, dass man auf Gletschern nie alleine unterwegs sein sollte!

Gute Kondition nötig
Im zehnjährigen Durchschnitt sterben sechs Personen pro Jahr laut einer aktuellen Statistik des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit in Österreich auf Hochtouren. Die Zahl der Toten und Verletzten hängt eng mit den Wetterbedingungen und den örtlichen Verhältnissen zusammen. Mit großem Abstand stehen Stürze, Stolpern und Ausrutschen an der Spitze der Unfallursachen. Diesen Unfallursachen kann man mit hoher Konzentration und guter Kondition begegnen. Wer fit in die Berge geht, bringt auch Reserven mit, die in Trittsicherheit und Konzentration gesteckt werden können.

Ausrutschen auf Firnfeldern
Ein großes Gefahrenmoment ist das Ausrutschen auf Firnfeldern. Am besten trainiert man das Rutschen schon im Kindes- und Jugendalter auf ungefährlichen Hängen. Rutschen – oft sogar kopfüber – und dann bremsen, mit und ohne Pickel, ist ein Spiel mit unzähligen Wiederholungsmöglichkeiten, das auch Erwachsene begeistert.

Spaltensturz
Auf Gletschern gibt es die Gefahr, in eine Spalte zu stürzen, aber davor kann man sich nur durch Anseilen schützen. Nie alleine unterwegs sein gilt auf Gletschern. Man darf auch ohne Seil gehen, wenn ein Gletscher blank ist und man alle Spalten eindeutig sehen kann. Ansonsten: unbedingt anseilen! Schneebrücken brechen mit zunehmender Tageserwärmung, die nicht erkannt werden, durch die Belastung eines Bergsteigers oder auch spontan ein.

Orientierung
Vor allem bei schlechten Sichtverhältnissen und bei unklarer Spuranlage ist die Orientierung am Gletscher nicht immer leicht. Den sicheren Umgang mit einer Karte, wenn die Sicht noch ausreichend ist, kann man gut erlernen und üben. Auch der Einsatz moderner Geräte wie GPS inklusive Höhenmesser- und Kompassfunktion muss trainiert werden.

Auf dem aktuellen Stand sollten die verwendeten Karten und Gebietsführer sein. Die hohen Gletscherstände, oft verbunden mit mächtigen Firnschneeauflagen der vergangenen Jahrzehnte, gaben bei vielen Touren wenig Anlass, die Gefahren von Spaltenstürzen zu berücksichtigen. Wegen der rapiden Gletscherrückgänge sind die Tourenbeschreibungen stets neu zu bewerten; nur dann kann man geschickte Alternativvarianten herausfinden. Hüttenwirte können einem sehr oft die jeweils aktuelle optimale Spur empfehlen.

Wetterkunde:
Zwei unterschiedliche Gewitterarten beschert uns das Wetter im sommerlichen Hochgebirge. Möglichst früh geht man los, wenn Wärmegewitter angesagt sind und beobachtet während der Tour den Himmel aufmerksam, damit man rechtzeitig in einer schützenden Hütte einlangt. Wärmegewitter sind auf den Wetterkarten durch eine flache Hochdruckverteilung gut zu erkennen.

Gewitter, die eine Kaltfront einleiten (Frontgewitter), werden in alpinen Wetterberichten meist schon auf die Stunde genau vorausgesagt. Darauf kann man sich, mit ein bisschen persönlicher Reserve, sehr gut verlassen.


Kategorie: Verschiedenes