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Lawine. Das Praxishandbuch von Rudi Mair und Patrick Nairz

Mittwoch, den 10. Februar 2016

Ein kleiner Auszug
Gefahrenmuster.1 bodennahe Schwachschicht vom Frühwinter

Zu Winterbeginn beobachtet man Schneebrettlawinen vermehrt nach dem zweiten bedeutsamen
Schneefall, und zwar in hohen (> 2000 m) und hochalpinen (> 3000 m) Lagen im schattigen, sehr
steilen Gelände. Dies hat damit zu tun, dass sich im Herbst nach den ersten großen Schneefällen
meist eine längere, stabile Hochdruckwetterlage bzw. niederschlagsfreie Zeit einstellt. Dann
herrschen ideale Bedingungen für die zumindest teilweise Umwandlung dieses Schnees zu locke-
ren Kristallen, die wiederum eine bodennahe Schwachschicht für die nachfolgenden Schneefälle
bilden können.
Im Verlaufe des Frühwinters sind davon mitunter auch andere Höhenlagen und Hangausrichtun-
gen betroffen. Generell gilt, dass bodennahe Schwachschichten vom Frühwinter von Wintersport-
lern vermehrt zu Winterbeginn zu stören sind. Allerdings haben solche Schwachschichten häufig
auch noch später – selbst im Frühjahr – Auswirkungen auf die Lawinengefahr. Der große Unter-
schied zu gm.5 besteht darin, dass sich die Schwachschicht durch die nächtliche Ausstrahlung
der Schneedecke bildet, ohne dass es dafür einer langen Kälteperiode bedarf.


Kategorie: Buchtipp