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Tourenplanung

Montag, den 23. November 2015

Bei der Tourenplanung und während der Tour steht deine Sicherheit im Zentrum. Vergiss darüber hinaus aber nicht, dass du in der winterlichen Bergwelt nicht allein unterwegs bist. Zusammen mit immer mehr Erholungssuchenden begibst du dich in den Lebensraum der Wildtiere. Informiere dich im Voraus über Wildruhezonen und Wildschutzgebiete und halte dich unterwegs an einige einfache Regeln.

Vor der Tour
Informiere dich über die Lage von Wildruhezonen und Wildschutzgebieten. Stell sicher, dass du die dort geltenden Vorschriften kennst und versuche deine Tour mit den Augen eines Wildtiers zu betrachten.

Das Vorgehen Schritt für Schritt

Überprüfe auf der Karte der Wildruhezonen und Wildschutzgebiete Schweiz, ob deine Route durch ein Schutzgebiet führt. Wildruhezonen und Wildschutzgebiete dürfen nur auf den ausgewiesenen «erlaubten Wegen» betreten oder befahren werden.
Überprüfe anhand der Kartenanwendung auf dem Internet, ob deine Skitourenkarte noch dem aktuellen Stand entspricht (vgl. Kasten rechts). Übertrage allfällige Änderungen in deine Karte oder drucke dir den entsprechenden Kartenausschnitt aus. So kannst du dir auch unterwegs jederzeit einen Überblick verschaffen. Vielleicht zwingt dich Unvorhergesehenes, von der geplanten Route abzuweichen.
Studiere den Routenverlauf auf der Landeskarte 1:25 000 nochmals mit den Augen eines Wildtiers. Achte darauf, dass du Wildtiere auch ausserhalb von Schutzgebieten nicht störst: Bleib im Wald auf markierten Routen und Wegen und meide Waldränder.
Falls du ein Schutzgebiet betrittst und du etwas Besonderes planst (z. B. eine Fackelabfahrt mit einer Gruppe), erkundige dich sicherheitshalber beim zuständigen Wildhüter, ob dies mit den Schutzbestimmungen vereinbar ist. Der Wildhüter kennt sein Gebiet und hilft dir gerne weiter.

Unterwegs
Halte dich unterwegs an die vier Regeln von «Respektiere deine Grenzen». Die Trichterregel hilft dir, die Regeln besser zu verstehen. Achte auf Markierungen im Gelände und auf die Anwesenheit von Wildtieren. Passe den Routenverlauf wo nötig den Verhältnissen an.

Vier Regeln für unterwegs

  1. Beachte Wildruhezonen und Wildschutzgebiete: Sie bieten Wildtieren Rückzugsräume.
  2. Bleibe im Wald auf den bezeichneten Routen und Wegen: So können sich die Wildtiere an den Menschen gewöhnen.
  3. Meide Waldränder und schneefreie Flächen: Sie sind die Lieblingsplätze der Wildtiere.
  4. Führe Hunde an der Leine, insbesondere im Wald: Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden.

Trichterprinzip

Das Trichterprinzip hat ihren Namen vom trichterförmig enger werdenden Bewegungsspielraum, den du mit abnehmender Höhe bei der Abfahrt bzw. beim Abstieg nutzen kannst, ohne Wildtiere zu stören.

  1. In den offenen Hängen oberhalb der Baum- und Strauchgrenze leben im Winter nur wenige Wildtiere wie z. B. der Steinbock, die Gämse oder das Alpenschneehuhn. Hier kannst du dich relativ frei bewegen. Meide jedoch felsige und schneefreie Flächen oder Geländerippen. Wildtiere suchen dort nach Nahrung.
  2. Je näher du in bewaldetes Gebiet vordringst, desto grösser ist das Risiko, dass du Wildtiere aufscheuchst. Deshalb schränkst du deinen Bewegungsraum zunehmend ein.
  3. Im Wald bewegst du dich nur noch auf Waldwegen oder ausgewiesenen Routen. Bitte keine Routen entlang der Waldränder wählen. Hier halten sich Wildtiere besonders gerne auf.

Markierungen

Achte auf Markierungen im Gelände und Informationstafeln an den Ausgangspunkten von Touren (Parkplätze, Haltestellen des öffentlichen Verkehrs etc.). Überprüfe, ob die Angaben auf der Tafel mit deinen Informationen und Erwartungen übereinstimmen. Es gilt die jeweils aktuellere Information. Beachte, dass Markierungen im Gelände nicht immer sichtbar sind, z. B. bei hoher Schneelage.

Anwesenheit von Wildtieren

Beobachte aufmerksam die Landschaft um dich herum: Kannst du Spuren oder Tiere entdecken? Wenn du Tiere erspähst, weiche ihnen nach Möglichkeit aus. Wenn du den Tieren nicht ausweichen kannst, beobachte sie aus Distanz und lass ihnen genügend Zeit, sich in Ruhe zu entfernen.

Wildtiere reagieren unterschiedlich sensibel auf Begegnungen mit Menschen. Auf regelmässig begangenen Routen bringt die Betriebsamkeit die Wildtiere oft kaum aus der Ruhe, da die Störung voraussehbar ist. Wenn sie dagegen von oben und mit hoher Geschwindigkeit überrascht werden, bedeutet das sehr grossen Stress für sie. Achte deshalb besonders im Abstieg und bei der Abfahrt darauf, den Wildtieren nicht zu nahe zu kommen. Sobald du in eine neue Geländekammer kommst, halte nach Tieren Ausschau, bevor du die Tour fortsetzt.

Sei flexibel und passe deine Route wenn nötig etwas an. Vermeide es, in der Dämmerungszeit unterwegs zu sein. Wildtiere nutzen besonders die Morgen- und Abendstunden zur Nahrungsaufnahme.

Foto: ©Tirol Werbung / Mallaun Josef

Kategorie: Skitour