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WANDERN – fünf Qualitätswege und der Donau-Panoramaweg

Mittwoch, den 06. Juli 2016

Pack‘ die Wanderstiefel ein, der Goldsteig wartet

Ein Wanderweg, der zur Tuchfühlung mit der Natur einlädt, ist der Goldsteig. Mit 660 Kilometern Länge ist er der längste Qualitätswanderweg Deutschlands und zählt zu den Top Trails of Germany. Er führt von Marktredwitz bis Passau und in zwei Wegevarianten durch den Bayerischen Wald, einen Nationalpark und fünf Naturparke. Dabei wird er allen Wanderansprüchen gerecht. Schmale Pfade führen auf der Nordroute von Tausender zu Tausender, auf der Südroute geht man über lichte Wald- und Wiesenwege. Über Zuwege und Alternativrouten, aber auch über Bahn- und Busanschlüsse kann man gut Tageswanderungen oder Wochenendtouren planen. Unmittelbar entlang oder in der Nähe des Goldsteigs laden zahlreiche wanderfreundliche Gastgeber wie die Goldsteig-Ge(h)nuss-Partner zur Einkehr und Übernachtung ein. Und wer unbeschwerten Wandergenuss wünscht, bucht eines der Wandern-ohne-Gepäck-Angebote.

Touren-Tipp Goldsteig:
Wanderge(h)nuss am Goldsteig von Zenting nach Schrottenbaummühle
Eine landschaftlich außerordentlich reizvolle Goldsteig-Etappe ist die S20 von Zenting nach Schrottenbaummühle, die im Sommer zudem erfrischendes Flusserlebnis und eine Bademöglichkeit bietet. Startpunkt ist Zenting im Sonnenwald am Fuße des 1011 Meter hohen Brotjacklriegels. Inmitten unberührter Natur passiert der Wanderer den Bauernhof von Manzenreuth, die kleine Kapelle von Eizersdorf, die Ginghartinger Mühle und schließlich Thurmansbang. Durch den Wald führt der Weg weiter an den Saldenburger See, ein malerisches Rastplätzchen. Wer an seine Badesachen gedacht hat, nutzt die Gelegenheit für eine kurze Erfrischung. Wieder ein Stück bergauf, nähert sich der Goldsteig dann über Preying auf gemütlichen Wald- und Wiesenwegen dem Ilztal. Auf der Ilztalbrücke bietet sich die Möglichkeit für einen besonderen Abstecher: Wer Lust und genügend Kräfte hat, sollte das Naturschauspiel der Dießensteiner Leite nicht verpassen. Im Ilztal führt der Weg in Richtung Schneidermühle weiter, wo sich nochmals eine Rastmöglichkeit bietet. Von hier aus geht es schließlich immer an der wildromantischen Ilz entlang bis zur Schrottenbaummühle, wo sich mit dem gleichnamigen Gasthof und einer Pension eine schöne Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit bietet.

Qualitätsweg Jurasteig: Mediterranes Wandererlebnis im Bayerischen Jura

Der Jurasteig ist ein Wanderweg gegen das Fernweh. Der Qualitätsweg führt durch die mediterran anmutende Landschaft des Bayerischen Jura, über die Höhen und Täler der Donau, Altmühl, Weißer und Schwarzer Laber, Lauterach, Vils und Naab, aber auch durch Trockentäler, vorbei an Karstquellen und Tropfsteinhöhlen. Der Wanderweg wurde vom Deutschen Wanderverband zum Qualitätsweg ausgezeichnet. Auf 237 Kilometern wandert man auf einem Rundweg durch die Landkreise Kelheim, Neumarkt in der Oberpfalz, Amberg-Sulzbach und Regensburg. Der Jurasteig ist in 13 Tagesetappen eingeteilt, hinzu kommen 18 Schlaufenwege, die als zusätzliche Tagestouren von der Hauptroute abzweigen. Das nachhaltige Wandererlebnis ist garantiert durch einen hohen Anteil naturbelassener Wege, eine einzigartige, mediterrane Mittelgebirgslandschaft, aber auch durch zahlreiche Rastmöglichkeiten und Gasthäuser. Nicht zuletzt sorgt eine lückenlose und eindeutige Beschilderung, separat für beide Richtungen, stets für eine sichere Orientierung. Schlösser und Klöster liegen ebenso am Jurasteig, wie Felszinnen, duftende Wachholderheiden, lichte Kiefern- und schattige Buchenwälder. Naturfreunde können am Jurasteig noch Tiere und Pflanzen beobachten, die andernorts selten geworden sind. Wanderfalke, Biber und Eisvogel haben im Bayerischen Jura ihre Reviere. Zahlreiche Orchideen, Karthäusernelke und Zittergras sind ständige Begleiter am Wegesrand.

Touren-Tipp Jurasteig:
Naabtalwanderung zwischen Klosterschänke und Burgberg
Eine sommerfrische Wanderung auf dem Jurasteig gelingt auf der Etappe von Pielenhofen nach Kallmünz. Der rund 15 Kilometer lange Abschnitt führt durch das Naabtal und schattige Mischwälder, vorbei an schmetterlingsreichen Wiesen und zu schönen Aussichtspunkten. In Pielenhofen wechselt der Jurasteig auf die andere Seite der Naab und führt sogleich aus der Ortschaft hinaus. Nördlich von Pielenhofen geht man auf einem malerischen Waldpfad durch die felsdurchsetzten Kiefern- und Buchenwälder des Naturwaldreservates Naabrangen. Nach einem kurzen, aber steilen Anstieg oberhalb von Kleinduggendorf erwartet den Wanderer die Aussicht über Duggendorf. Bis Heitzenhofen führt der Jurasteig durch Mischwald, und auf der anderen Seite des Flusses durch eine offene Landschaft, wo Schmetterlinge über Wiesen und Hecken flattern. Durch den Mischwald geht es hinauf auf die Hochfläche, auf der das kleine Dorf Dallackenried liegt. Von dort bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die bewaldete Juralandschaft. Weiter führt der Weg zunächst über Felder, später den Hangwald hinab nach Kallmünz. Enge Gassen, Treppen, Terrassen, herausgeputzte Häuser und idyllische Innenhöfe prägen den kleinen Markt, den viele zu den romantischsten Orten der Oberpfalz zählen. Im Hintergrund ragt der Schlossberg samt Burgruine steil empor. Einkehrtipp: Gasthaus zum Goldenen Löwen mit hauseigener Brauerei und Destille.

Qualitätsweg Nurtschweg:
Wo einst Panscher, Händler und Pilger unterwegs waren
Der jüngste aller Qualitätswege in Ostbayern ist der Nurtschweg. Vom Deutschen Wanderverband im Jahr 2013 zertifiziert, verläuft er zwischen Waldsassen und Waldmünchen und kann in beide Richtungen begangen werden. Wer auf dem rund 130 Kilometer langen Zuweg der Goldsteig-Nordvariante unterwegs ist, erlebt die Natur des Oberpfälzer Waldes abseits touristischer Zentren, geht über Gipfel und durch Täler, entlang malerischer Bäche und vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie die Wallfahrtskirche Kappl bei Waldsassen, das verlassene Dorf Bügellohe, das Biererlebnis Kommunbrauhaus in Eslarn, die historische Mühle Gehenhammer, der Geschichtspark Bärnau-Tachov oder das Kur- und Wellnessbad Sibyllenbad bei Neualbenreuth.

Wandern auf der Zeugenbergrunde, ein Tipp für Genießer
Mit 48,3 Kilometern ist die Zeugenbergrunde rund um die Pfalzgrafenstadt Neumarkt in der Oberpfalz vergleichsweise kurz, aber nicht weniger interessant als andere Qualitätswege. Sie ist mit fast 1700 Metern Höhenunterschied auch recht anspruchsvoll. Der Qualitätswanderweg verläuft zu etwa 50 Prozent auf naturbelassenen Wegen und bezieht sich thematisch auf die so genannten Zeugenberge. Das sind Tafelberge, die eine geographische Besonderheit in der Region darstellen. Wie eine Perlenkette reihen sie sich als imposante Kolosse rund um Neumarkt. Sie prägen die Landschaft und kontrastieren mit weiten Ebenen. Landschaftstypisch wechseln dabei steile An- und Abstiege mit fast ebenen Passagen. Unterwegs bieten sich Aussichten auf die Weiten der oberpfälzischen Sandebene und die pulsierende Stadt. Die durchaus anspruchsvolle Tour ist in vier Etappen unterteilt, zahlreiche Gastgeber aus Neumarkt i.d.OPf. und Umgebung bieten wanderfreundliche Unterkünfte zu fairen Preisen an. Gut zu wissen: Die Zeugenbergrunde wurde als erster ganz durch Süddeutschland führender Wanderweg vom Europäischen Wanderverband mit dem Qualitätssiegel „Leading Quality Trail – Best Of Europe“ ausgezeichnet.

Natur, Kultur und Montangeschichte: Wandern am Erzweg
Zu den Spitzenwanderwegen Deutschlands gehört der Qualitätsweg Erzweg, der von Pegnitz in Mittelfranken bis Kastl im Bayerischen Jura verläuft. Die Haupttrasse ist rund 200 Kilometer lang, hinzu kommen neun Schlaufenwege, durch die die umliegenden Ortschaften angebunden sind. Abwechlunsgreiche Landschaften wechseln sich ab mit kulturhistorisch interessanten Stätten wie der Ruine Lichtenegg, der mittelalterlichen Erzstadt Amberg, dem gotischen Rathaus und dem mächtigen Schloss von Sulzbach-Rosenberg, den imposanten Klosteranlagen von Michelfeld und Kastl, oder dem barocken Hammerherrenschloss von Theuern. Der Name deutet es an: Anders als bei vielen anderen Top-Wanderwegen steht beim Erzweg nicht nur das Naturerlebnis im Vordergrund. Vielmehr ist es gelungen, das Landschaftserlebnis mit den Stätten der Montangeschichte und der kulturellen Historie der Region zu verschmelzen. An die 1000-jährige Bergbautradition der Region erinnern noch heute zahlreiche Zeugen des Erzabbaus, ausführliche Informationen hierzu bieten rund 40 Infotafeln entlang des Wegs.

Touren-Tipp Erzweg: Tageswanderung auf der Högener Schlaufe
Für eine schöne Tageswanderung auf dem Erzweg mit Biergarten und Bademöglichkeit bietet sich die 16 Kilometer lange Högener Schlaufe ab Sulzbach-Rosenberg an. Diese ist landschaftlich abwechslungsreich mit Felsen, Wäldern, kleinteiligen Feldfluren und sanften Hügeln. Nachdem der anfängliche Anstieg überwunden ist, ebbt der Weg langsam ab und läuft später sehr ruhig und fast eben aus. In Haunritz erwartet Wanderer ein schöner Biergarten mit deftigen Spezialitäten, weitere Einkehrmöglichkeiten bieten sich in Högen, Büchelberg und Sulzbach-Rosenberg. Sommer-Tipp: Im Högenbachtal kann man vortrefflich im Högenbach plantschen. Zudem laden an heißen Tagen zwei Kneippanlagen zur Abkühlung ein. Mit den Bahnhöfen in Sulzbach-Rosenberg und Hartmannshof ist der Ausgangspunkt per Bahn komfortabel zu erreichen.

Stadt-Land-Flusswandern am Donau-Panoramaweg
Wer auf dem 220 Kilometer langen Donau-Panoramaweg zwischen Neustadt an der Donau und Passau unterwegs ist, erlebt packende Kulturgeschichte und kommt dabei der Natur ganz nah. Kaum ein Weg kann so viel Kultur und Natur miteinander verbinden. Auf ihrem bayerischen Abschnitt durchfließt die Donau das Hopfenanbaugebiet Hallertau, zwängt sich durch die hochaufragenden Felsen im Donaudurchbruch Weltenburg, erreicht ihren nördlichsten Punkt in der UNESCO-Welterbestadt Regensburg, darf zwischen Straubing und Deggendorf auf über 70 Kilometern frei fließen, bevor sie sich in der Dreiflüssestadt mit dem Inn und der Ilz vereint. Den Namen verdient sich der Weg durch die Fernsichten zu den Ausläufern des Bayerischen Waldes und den weiten offenen Blick über die Donauebene. Genusswanderer können sich freuen, denn einzelne Etappen kann man auch durch eine Schifffahrt auf der Donau zurücklegen. Durch die Vielzahl von Gasthäusern am Wegesrand lassen sich die Etappen individuell einteilen. Empfohlen werden zehn Etappen, die man beliebig teilen oder strecken kann. Als weiterer Vorteil der dichten Gastronomie entpuppt sich das geringe Gewicht im Rucksack, denn Getränke oder Brotzeiten braucht man nur in kleinen Vorräten einpacken.

Touren-Tipp Donau-Panoramaweg: von Neustadt a.d.Donau bis Regensburg
Die ersten drei Etappen des Weges von Neustadt a.d.Donau über Kelheim und Bad Abbach bis in die UNESCO-Welterbestadt Regensburg bieten all das, was den Donau-Panoramaweg auszeichnet: Flusserlebnis, Römerzeit und kulturelle Highlights. Von Neustadt a.d. Donau aus steuert man die erste Attraktion an: den Kurort Bad Gögging mit der modernen Limes-Therme und dem Römischen Museum. Entlang der Abens-Auen und imposanter Hopfengärten führt der Weg weiter nach Eining zum Römerkastell Abusina. Durch naturbelassene Donau-Auen geht es nach Weltenburg, wo im imposanten Donaudurchbruch die älteste Klosterbrauerei der Welt mit einem der schönsten Biergärten Bayerns und prämierten Bierspezialitäten lockt. Von hier aus kann man weiter nach Kelheim wandern oder aber die Strecke gemütlich per Schiff abkürzen. In Kelheim lohnt ein Aufstieg zur Befreiungshalle. Der nächste Wandertag steht im Zeichen der Natur: Malerische Flusslandschaften und die typischen Jurahänge des Qualitätswegs Jurasteig begleiten den Wanderer bis nach Bad Abbach. Hier, in der Kaiser-Therme, kann man müde Beine wunderbar entspannen. Die letzte Etappe führt schließlich nach Regensburg, das mit seiner mittelalterlichen Altstadt, abwechslungsreichen Gastronomie und einem großen Kulturangebot Besucher aus Nah und Fern begeistert. Wer den Donau-Panoramaweg ins Herz geschlossen hat und weiter wandern möchte: Auf dem nächsten Abschnitt gelangt man nach Bach a.d.Donau und ins kleinste Weinanbaugebiet Bayerns.

Foto: Stefan Gruber

Kategorie: Wandern