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Wandern ohne Grenzen am Nassfeld

Freitag, den 26. Juni 2015

Ein Schritt in Italien, ein Schritt in Österreich: Wer am und rund ums Nassfeld unterwegs ist, erlebt nicht nur atemberaubende Bergpanoramen mit Blick an die obere Adria, sondern auch das Beste aus zwei Kulturen – entweder ganz gemütlich mit der Familie am Themenwanderweg, auf den Spuren der Entdecker auf Geo-Trails oder entlang der top ausgebauten Weitwander- und Pilgerwege.

Bei einer Wanderung gleich zwei Kulturen auf einmal kennenlernen – das ist am und rund ums Nassfeld möglich. Hier können Wanderer grenzenlos zwischen Österreich und Italien wandeln: Mediterranes Lebensgefühl wird dabei mit der Kärntner Gemütlichkeit kombiniert – und das erlebt man nicht nur in den 30 verschiedenen Almhütten. Die österreichische und italienische Bergwelt unterscheiden sich zwar vom ersten Blick von ihrer Struktur her nur unwesentlich, aber etwas macht sich dann in luftigen Höhen doch bemerkbar. „Es ist das mediterrane Klima. Das spürt man beim Wandern nicht nur am eigenen Körper, sondern auch bei der Vegetation“, weiß Erich Glantschnig, einer der Bergwanderführer, der die Gäste bei den grenzüberschreitenden Touren begleitet. Die üppig wachsende Flora, darunter auch die weltberühmte Blume „Wulfenia carinthiaca“, die nur am Nassfeld wächst, inspiriert Erich und seine Wandergefährten immer wieder zu neuen Fotomotiven.
Für große und kleine Entdecker
Die Einzigartigkeit der Bergwelt lockt genauso Geologen an, die in den Karnischen Alpen ihre Forschungen betreiben. Einen Einblick in ihre Arbeit erhalten Interessierte unter anderem, wenn sie den fünf Geo-Trails folgen. Dabei können 500 Millionen Jahre Erdgeschichte in wenigen Stunden erlebt werden. Insgesamt stehen 20 Kilometer lange Wege in einer Höhe zwischen 1.500 und 2.000 Meter Seehöhe zur Verfügung. Diese sind als Lehrpfade gestaltet und am Nassfeld, Wolayersee, Plöcken, Zollnersee und in der Garnitzenklamm zu finden. Für Wanderungen mit Kindern eignen sich der Aqua Trail und der Dolce Vita Weg auf der Madritsche sowie der Bergspielplatz „Almrausch“ bei der Bergstation der Gartnerkofel 4er- Sesselbahn. Der 1,5 Kilometer lange Aqua-Trail lässt sich übrigens sogar mit dem Kinderwagen befahren. Wer mit den Kids ebenfalls eine Grenzerfahrung machen möchte, spaziert einfach auf die italienische Seite des Nassfeldes und spendiert ein erfrischendes Eis. Abenteuerlustige wagen sich ins Felsenlabyrinth auf der Tressdorfer Alm, wo Klettersteige aller Schwierigkeitsgrade, Felstürme, Seilbrücken, kleine Höhlen und Abseilschluchten darauf warten, bezwungen zu werden.

Pilgern und „weit“ wandern
Durch das Gailtal führen gleich zwei Pilgerwege: Der Marienpilgerweg verbindet auf 266 Kilometer Länge die schönsten Marienkirchen Kärntens und endet bei der Wallfahrtskirche Maria Schnee mit angrenzendem Servitenkloster Maria Luggau im Lesachtal. Der „Weg des Buches“ erinnert an die Protestantenverfolgung im 16. Jahrhundert und verläuft über den Weissensee, Weißbriach und Hermagor nach Slowenien. Einst wurde auf diesen Pfaden die Lutherbibel geschmuggelt. Weitwanderer werden vom Karnischen Höhenweg oder vom Gailtaler Höhenweg begeistert sein. Der Karnische Höhenweg führt 155 Kilometer entlang der Karnischen Alpen, direkt an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Er wird auch Friedensweg genannt – als Mahnmal für den Frieden, denn hier standen sich im Ersten Weltkrieg die italienischen und österreichischen Soldaten gegenüber. Bei einer Wanderung stößt man immer wieder auf Spuren des Krieges, zum Beispiel alte Stellungen oder Stollen. Der Gailtaler Höhenweg führt von Osttirol über das Lesachtal und Gailtal bis zur Windischen Höhe und ist der sanfte Gegenpart zum Karnischen Höhenweg.

Wandertipp vom Profi
Besonders beeindruckend sind am und rund ums Nassfeld die Gipfelblicke, die an klaren Tagen sogar bis an die obere Adria reichen. Wer einen solchen Ausblick mit ein bisschen Kriegsgeschichte, Grenzerfahrungen und Alpenflora der Extraklasse kombinieren möchte, dem empfiehlt Glantschnig eine Wanderung auf den Malurch. „Schön, erlebnis- und abwechslungsreich und ein Geheimtipp meinerseits ist die Wanderung auf den Monte Malvueric alto (Malurch). Dieser ist von der Winkelalm unmittelbar unterhalb des Nassfeldpasses erreichbar“, verrät Glantschnig. Eine zweite reizvolle, grenzüberschreitende Wanderung geht von der Rattendorfer Alm über die Staatsgrenze auf der Rattendorfer Schneid zum Lanzenboden und bis zum Fuße des Monte Zermula.


Kategorie: Wandern